Stokke zieht Kopiervorwürfe gegen Leander zurück

 

Der Kinderhochstuhl von Leander ist ein neues und selbständiges Werk mit mehreren funktionellen Verbesserungen und höherer Stabilität als der Tripp-Trapp-Stuhl von Stokke. So lautete die Beurteilung durch zwei unparteiische Sachverständige, die vom dänischen See- und Handelsgericht beauftragt worden waren, bereits im ersten Rechtsverfahren, das Stokke wegen angeblichen Kopierens des Tripp-Trapp-Stuhls gegen Leander angestrengt hatte. Leander wurde freigesprochen, während Stokke wegen Verletzung des Vermarktungsgesetzes verurteilt wurde. 
Jetzt hat Stokke ein ähnliches, fast fünf Jahre altes Verfahren in den Niederlanden eingestellt.

„Wir sind natürlich froh, dass diese Sache jetzt endlich abgeschlossen ist und wir uns voll und ganz auf das konzentrieren können, was uns am meisten liegt – nämlich Möbel für Kinder und ihre Entwicklung zu entwerfen und herzustellen“, stellt Gründer und Designer Stig Leander fest. 

Das Unternehmen Leander A/S im dänischen Silkeborg, das auch für die Leanderwiege und das

Leanderbett bekannt ist, steht hinter den Hochstühlen und anderen speziell entworfenen Leander Kindermöbeln. Durch eben diesen Hochstuhl von Leander fühlte sich Stokke vor fünf Jahren veranlasst, in den Niederlanden ein Verfahren wegen Kopierens seines Tripp-Trapp-Stuhls zu eröffnen. Eine Anklage, von der Leander in erster Instanz vollständig freigesprochen wurde, wogegen Stokke jedoch Berufung einlegte. Dieses Berufungsverfahren wurde jetzt aufgegeben.

Ein ähnliches Verfahren beim dänischen See- und Handelsgericht endete 2010 ebenfalls mit einem Freispruch für Leander. Stattdessen wurde Stokke wegen des Verstoßes gegen mehrere Paragraphen des Vermarktungsgesetzes verurteilt, u. a. für den Versuch, Händler zur Aufgabe des Verkaufs des Leander Hochstuhls zu zwingen.

„Wir müssen davon ausgehen, dass Stokke eingesehen hat, dass es keinen Sinn hatte, das niederländische Verfahren weiter zu verfolgen. Man kann sich darüber wundern, warum es sich über fünf Jahre hinziehen musste. Besonders wenn man die Erklärung von 2010 liest, die zwei unparteiische Sachverständige damals vor dem dänischen See- und Handelsgericht abgaben“, sagt Stig Leander.

In dem Gutachten wurden die beiden Hochstühle miteinander verglichen und darin steht unter anderem:

„Die Sachverständigen sind der Ansicht, dass der Leanderstuhl in seinem gesamten Ausdruck ein ganzheitliches Design darstellt und es sich um eine leichtere, dynamischere, abgerundete und federnde Konstruktion handelt.“

Die Sachverständigen beschreiben darüber hinaus den Hochstuhl von Leander als ein neues und selbständiges Werk, das gegenüber dem Hochstuhl des Konkurrenten mehrere funktionelle Verbesserungen und eine höhere Stabilität aufweist.

Maj 2013